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Kinderhandball, EM-Euphorie und was wir in Vellmar daraus machen können

Die EM ist vorbei. Zwei Wochen voller Emotionen liegen hinter uns. Höhen und Tiefen, die wir mit unseren deutschen Jungs geteilt haben. Und wenn wir ehrlich sind: Genau diese Höhen und Tiefen erleben wir Woche für Woche auch in unseren Hallen beim Kinder- und Jugendtraining.

Die Frage ist: Was können wir für uns hier in Vellmar daraus mitnehmen?

Ein Satz aus einem Interview während der EM ist hängen geblieben:

„Das Herz schlägt immer das Talent.“

Und genau mit diesem Satz können wir in unseren Trainingseinheiten unglaublich viel anfangen.

Machen wir uns nichts vor: Wie viele unserer Kids würden es – realistisch betrachtet – wirklich einmal in den Kader der Nationalmannschaft schaffen? Verdient hätten es alle. Aber für den Sprung unter die besten 25 reicht das große Herz allein nicht aus. Dafür braucht es zusätzlich Talent, Ehrgeiz und den unbedingten Willen, ganz nach oben zu wollen.

Aber: Das Herz ist der Anfang von allem.

Was können wir aus der EM mit nach Vellmar nehmen? - Jugendtrainer Pascal Kiebach (Foto: Gerald Vahle)

Blick nach Dänemark – und was uns dort auffällt

Bei unseren Nachbarn aus Dänemark sieht man, was passiert, wenn Herz und Talent auf optimale Bedingungen treffen. Offene Hallen, bis tief in die Nacht. Orte, an denen junge Spieler einfach spielen dürfen. Ohne Trainingsplan. Ohne Druck. Nur aus Liebe zum Handball.

Unsere „Bad Boys“ standen dem diesmal in nichts nach – aber es hat noch nicht ganz gereicht.

Und genau da kommen wir zu einem Punkt, der für uns im Jugendbereich unglaublich spannend ist.

Die Sache mit den offenen Hallen

Stellen wir uns vor, unsere Halle wäre für unsere Kids frei zugänglich.

Nicht nur zu den engen Trainingszeiten, sondern auch am Nachmittag oder am Abend. Einfach reingehen, Ball schnappen, spielen.

Bei uns sieht die Realität anders aus: Hallenzeiten eng getaktet, kaum Raum für „Freizeitsport“. Und natürlich gibt es Sorgen der Kommunen: Wird alles ordentlich hinterlassen? Funktioniert das?

Wenn wir ehrlich sind: Wahrscheinlich wäre das nicht immer einfach.

Aber nicht wegen der Kinder, die Handball spielen wollen.

Sondern wegen derer, die abends Langeweile haben und überlegen, was man „sonst so machen“ könnte.

Und trotzdem bin ich überzeugt: Viele der Kids, die ich kenne, würden eher in die Halle gehen als sich an Handy oder Konsole zu setzen.

Was wir aus der EM wirklich mitnehmen können

Was uns die Jungs vom DHB bei dieser EM vorgelebt haben, ist etwas, das wir sofort in unsere Halle tragen können:

  • An sich glauben, auch wenn es aussichtslos wirkt

  • Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt

  • Für den Nebenmann einstehen

  • Als Team für das größtmögliche Ziel arbeiten

Sie haben gezeigt, dass man mit überragendem Teamgeist selbst dann noch ins Finale kommen kann, wenn das Turnier fast schon beendet schien.

Und genau das sollten wir unseren Kindern vermitteln.

Nicht, um Nationalspieler zu formen.
Sondern um Mannschaftsspieler fürs Leben zu formen.

Und vielleicht irgendwann…

Und wenn es irgendwann doch einmal ein Talent aus Vellmar ganz nach oben schafft, dann sitzen wir vielleicht gemeinsam vor dem Fernseher und sagen:

„Den oder die kennen wir doch!“

Die Euphorie mitnehmen

Nach jedem internationalen Turnier spüren wir die Begeisterung für unseren Sport. Aber was im nächsten Jahr im eigenen Land auf uns zurollt, wird noch einmal eine ganz andere Euphoriewelle sein.

Und wir?
Wir sind mit unseren TSV-Kids mittendrin.

Mit neuem Schwung, neuer Motivation und ganz viel Herz gehen wir in den Rest der Saison.

Pascal Kiebach
Jugendtrainer TSV Vellmar

Methe/Methe-Tag 2025

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