Ein Derby ist eigentlich schon brisant genug. Doch wenn da zwei Verlierer, zwei zuletzt arg Gerupfte aufeinander treffen, klingeln zusätzlich noch die Alarmglocken. „Wir müssen unbedingt gewinnen“, betont daher Georgi Sviridenko, Trainer des heimischen Handball-Oberligisten MT Melsungen II. Aus drei Gründen: um den Nachbarn TSV Vellmar in Schach zu halten, um sich für zwei Klatschen hintereinander zu rehabilitieren und um ein Wiedersehen mit der Abstiegszone zu vermeiden (Fr. 19.45 Uhr Stadtsporthalle Melsungen).

In Dotzheim und gegen Pohlheim - zwei Spiele, die man laut MT-Coach „durchaus verlieren kann, aber nicht kampflos abgeben darf.“ Genau das ist passiert. „Wir haben einiges gutzumachen“, gesteht deshalb Merlin Kothe. Und verspricht: „Diesmal werden wir brennen.“ Wobei der Rückraumspieler besonders in der Verantwortung steht, denn von seinen „Halben“ erwartet Georgi Sviridenko „viel mehr Druck und Durchschlagskraft.“

Hat aber, so die Krux, wenig Alternativen, weil Max Pregler weiter ausfällt und die jungen Malvin Haeske und David Kuntscher angeschlagen sind. Ebenso wie Nino Jedinak, der in den ersten 20 Minuten fünf Tempogegenstöße gegen Pohlheim traumhaft sicher vollendete.

Die richtige Lücke finden wollen Jonas Koch (Mitte, hier im Derby bei der ESG Gensungen/Felsberg) und seine Teamkollegen. (Foto: Katrin Sucker) 

Auch das ein Mittel gegen das Schlusslicht, wenn es der MT-Abwehr gelingt, dem Gästeangriff den Schneid abzukaufen. Dazu reichten allerdings zuletzt die Torwartleistungen nicht aus. Bliebe als Option „Joker“ Fabian Meyfarth. Den (erneut) zu ziehen, ziert sich Melsungen noch.

Ausgerechnet auf dieser Position hat der noch punktlose Aufsteiger keine Probleme. Martin Herwig und Christian Gumula sorgten mit jeweils sieben Paraden für Schadensbegrenzung beim 18:31 in Gensungen. Ansonsten aber konnte der Neuling seinen spielerischen Aufwärtstrend nicht bestätigen. „Unfassbar, dass wir so untergingen. In Melsungen müssen wir uns ganz anders präsentieren“, appelliert Torwart Herwig an seine Vorderleute, die allein im Angriff 44 Fehler produzierten.

Einsatz fraglich: Vladimir Djuric zog sich in Gensungen eine schmerzhafte Verletzung zu. (Foto: Katrin Sucker) 

Ein Hoffnungsschimmer: Neuzugang Vladimir Djuric, der nach 15 Minuten ausgewechselt werden musste, ist wohl wieder fit und soll in der Offensive die Fäden ziehen. Davon könnte insbesondere der „Halbe“ Frederik Drönner, der in der Schlussphase auftaute, profitieren.

Und: Der Gegner ist angeschlagen. „Wir aber auch“, sagt TSV-Trainer Gordon Hauer nach der siebten Niederlage im siebten Spiel. Eine trostlose Bilanz, die mit dem ersten Saisonsieg natürlich aufpoliert werden könnte. Denn: „Dann wären wir wieder dran“ (Hauer). Auch an den Melsungern. (von Ralf Ohm aus Fritzlar-Homberger Allgemeine)