Im Angriff kommt zu wenig - Vellmar verliert auch Spiel Nummer drei. Drittes Spiel, dritte Niederlage für den TSV Vellmar. Der Aufsteiger in die Handball-Oberliga unterlag vor 300 Zuschauern in der heimischen Großsporthalle dem TuS Dotzheim mit 24:31 (9:14) und steht mit 0:6 Punkten am Tabellenende. Und das, obwohl gegenüber dem letzten Heimspiel doch eine deutliche Steigerung zu sehen war. Am nächsten Wochenende ist Handballpause, am 12. Oktober muss Vellmar dann beim Spitzenreiter HSG Pohlheim antreten.

Das Positive
Die Mannschaft kämpft trotz aller Rückschläge im Spiel in jeder Minute. Bestes Beispiel: Der Treffer von Tim Räbiger kurz vor Halbzeit zum 9:14, als die Gastgeber in Unterzahl waren. Die Abwehr steht inzwischen schon recht kompakt und packt auch zu, wenn es sein muss. Dazu hat der TSV zwei gleichwertige Keeper. Beide sind dafür verantwortlich, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel.

Gegen die dicht stehende Dotzheimer Deckung gab es zu selten ein Durchkommen für die TSV-Offensive – hier Max Staubesand (links) und Niklas Willrich (Mitte). (Foto: Katrin Sucker) 

Das Negative
Im Angriff läuft zu wenig Handball, der Oberligareife hat. Die vielen Ballpassagen Wand-Tribüne, Tribüne- Wand bauen keinen Druck auf. Es fehlt der Weg in die Tiefe, dahin, wo es wehtut. Folge eins: Es wird zu früh aus dem Rückraum abgeschlossen, die Würfe bringen nichts ein. Folge zwei: Die Unparteiischen zeigen zu oft passives Spiel an. Vellmar muss davon ausgehen, dass viele Gegner das ausnutzen und mit einer 6:0-Deckung spielen.

Der Trainer
„Unser großes Manko ist, dass wir mit unserem Angriff nicht genug Druck aufbauen“, sagt TSV-Trainer Gordon Hauer. „Es fehlt uns einfach an Durchschlagskraft.“ Hauer hatte eine Steigerung gegenüber der Niederlage gegen Bruchköbel gesehen, bemängelte aber, dass die Konstanz in der Leistung gefehlt habe.

Auch die Paraden von Christian Gumula in der zweiten Halbzeit halfen nicht, den TSV gegen Dotzheim im Spiel zu halten. (Foto: Katrin Sucker) 

Der Torjäger
„Den Kampf haben wir in der Oberliga angenommen, aber Kampf allein reicht nicht“, sagt Max Staubesand, der sechs Feldtore erzielte, und die alle aus dem gebundenen Spiel heraus. „Wir müssen uns im Angriff noch mehr bewegen. Wir müssen mehr in die Tiefe gehen, mehr kreuzen und den Gegner binden“, sagte frühere Körler und fügt hinzu: „Das dann auch über 60 Minuten.“ (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)

TSV: Herwig (1.-30.), Gumula (31.-60.); Räbiger 2, Staubesand 6, Hujer 3, Stumbaum 7/3, Vukadinovic 1, Lanatowitz, Koch 1, J. M. Berninger 1, Willrich 1, Petrovszki, Drönner 2.
SR: Franziska Müller/Hanna Schmidt (Gießen) - Z.: 300
Siebenmeter: 3/3 – 3/4 - Zweiminutenstrafen: 5 - 2