Die Pflicht wurde mit der Hauptrunde absolviert, jetzt folgt für die Oberliga-Handballer des TSV Vellmar praktisch so etwas wie die Kür. Die Nordhessen stehen in der Aufstiegsrunde, Ambitionen nach oben hat der TSV nicht, aber der Klassenerhalt ist per se schon geschafft.

Erstaunlich, wenn man sich die Entwicklung in Corona-Zeiten ansieht. In der Saison 2019/2020 eigentlich Absteiger, doch wegen des Saisonabbruchs musste kein Team die Liga verlassen. In der Saison 2020/2021 die Absage der Saison, nach der Hauptrunde 2021/2022 steigt die Aufstiegsrunde mit dem TSV Vellmar. Und die beginnt für die Nordhessen gleich mit einem ausgesprochen schweren Spiel. Denn kein geringerer als der Spitzenreiter der Hauptrunde der Oberliga Süd, der Tuspo Obernburg, stellt sich am Sonntag um 18 Uhr in der Vellmarer Großsporthalle vor.

Ob Freddy Drönner (rechts) wie hier zuletzt 2020 gegen Obernburg mit dabei sein kann, ist noch fraglich. (Foto: Katrin Sucker)

Die Obernburger, die von Rudi Frank trainiert werden, peilen durchaus den Aufstieg in die 3. Liga an. Sie können sich auf gute Torhüter verlassen und spielen variable Abwehrsysteme. Im Angriff haben Raab, Göpfert und Markert zusammen 202 der bisher erzielten 350 Obernburger Tore gemacht.

Durchsetzungsstärke ist gegen den Top-Favoriten aus Mainfranken gefragt - Jonas Koch (Mitte) will sich entsprechend reinhängen. (Foto: Katrin Sucker)

Beim TSV Vellmar hat man nach Ende der Hauptrunde normal weiter trainiert, in der Woche vor Ostern individuell gearbeitet und ist in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Fest steht, dass Christian Gumula nur als Zuschauer beim Spiel gegen Obernburg dabei sein kann. Der Torhüter zog sich bei der ersten Parade beim Sieg in Großenlüder einen Muskelfaser- und Sehnenriss im rechten Oberschenkel zu und wird wohl für den Rest der Saison ausfallen. Linksaußen Daniel Brückmann hat erneut Schulterprobleme und wird ebenfalls nicht mehr zum Einsatz kommen. Angeschlagen sind noch Tjark Hoffmann (Knie) und Frederik Drönner (Schulter).

„Wir können stressfrei aufspielen, das kann ein Vorteil für uns sein“, sagt Trainer Abraham Rochel. „Aber Obernburg ist eine starke Mannschaft, die mit viel Disziplin im Angriff spielt und in der Abwehr mit ihren großen Spielern variabel agiert.“

Die letzten Aufeinandertreffen konnten die Bayern für sich entscheiden. Im ersten Spiel der Abbruchsaison 2019/20 gewann Obernburg das Heimspiel im September 2019 mit 26:16 und setzte sich im Januar 2020 auch mit 35:20 in Vellmar durch. Denkwürdig bleibt das Spiel vom Februar 2013, da schlug Vellmar den TuSpo mit 35:30 und sicherte sich den Klassenerhalt. Damals schon dabei war Linksaußen Lance-Phil Stumbaum. (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)