Gensungens Abwehr zu stark für Vellmar - Derbyvergleich in der Handball-Regionalliga geht trotz Niederlage mit einem Treffer an den TSV. Im Hinspiel hatte der TSV Vellmar noch gewonnen, im Rückspiel ging das Derby der Regionalliga der Männer an die ESG Gensungen/Felsberg. Die Handballer aus dem Schwalm-Eder-Kreis gewannen mit 28:24 (15:12).
Die Partie vor 500 Zuschauer in der Gensunger Kreissporthalle hatte mit einem deutlichen Ausrufungszeichen der Vellmarer Gäste begonnen. Nach 68 Sekunden bekam die ESG einen Siebenmeter zugesprochen und Vince Schmidt, eigentlich ein sicherer Schütze, trat an, doch Christian Gumula parierte. Von ihren vier Siebenmetern konnten die Gensunger bis zum Schluss nur einen verwandeln.

Freddy Drönner war im Edertal mit acht Treffern wieder einmal bester Werfer seines Teams. (Archivfoto: Dirk Krug)
Die ESG ließ sich aber nicht verunsichern, nach sechs Minuten führte sie 4:2, sieben Minuten weiter mit 8:4. Bei diesem Vorsprung sollte es im Prinzip bis zum Spielende bleiben. Vellmar hielt die Partie immer offen, kam zweimal bis auf zwei Treffer heran, zu mehr reichte es aber nicht. Als die Hausherren acht Minuten vor Schluss mit 26:19 (52.) führten, sah alles nach einem klaren Erfolg aus. Doch Vellmar kam noch einmal zurück und stellte den Abstand von vier Treffern wieder her.
Der war für die Gäste wichtig, auch wenn er sich nur in der Statistik niederschlug. Der TSV Vellmar hatte das Hinspiel mit 31:26 gewonnen und lag mit der 24:28-Niederlage in Gensungen in der Derby-Abrechnung mit einem Treffer vorn.
Die ESG Gensungen/Felsberg spielte an diesem Tag körperlich sehr präsent, drückte der Partie vor allem in der Abwehr ihren Stempel auf. Beweglich, schnell und sofort unerbittlich zupackend, machte sie dem TSV Vellmar das Spiel im Positionsangriff außerordentlich schwer. Und nach der Umstellung von einer 6:0-Deckung auf eine 5:1-Abwehr wurde es für die TSV-Angreifer noch schwerer. Gensungen hatte Spielmacher Arturo Nacher Selma dazu meist gut im Griff.
Vellmar leistete sich im Angriff auch durch den hohen Druck, den die ESG in der Abwehr ausübte, einige markante technische Fehler. Die nutzen die Gastgeber zu schnellen Toren aus der ersten und zweiten Welle. Die Abwehr der Vellmarer bekam immer dann Probleme, wenn Gensungen mit viel Tempo und kompromisslos auf die Nahtstellen stieß. Ironie der Niederlage: Christian Gumula war der bessere Torhüter der Partie, auch wenn Lukas Voß die gleiche Anzahl an Paraden hatte.

Starke Leistung im TSV-Tor: Christian Gumula. (Archivfoto: Dirk Krug)
„Der Gensunger Sieg war verdient, trotzdem bin ich grundsätzlich zufrieden, auch wenn wir einige technische Fehler gemacht haben. Wir haben unser Saisonziel erreicht und wir liegen im Derbyvergleich mit Gensungen um einen Treffer vorn“, sagte TSV-Trainer Vladimir Djuric, der etwas mit der Leistung der Schiedsrichter haderte. Freddy Drönner war mit acht Treffern wieder einmal erfolgreichster Vellmarer Torschütze. „Wir haben trotz der Niederlage gegen die physisch starken und spielstarken Gensunger einen guten Job gemacht“, so Drönner.
ESG: Voß (10 Paraden/24 Gegentore), Ullrich (n.e.); Iffert 5, Sonnenschein 5, Seibert, Pickenhahn 2, Wachs 3, Schmidt 3, Jedinak 1, Otto 3/1, Gruber, Lippold 1, Kothe 5, Rossel
TSV: Gumula (1.-53./10 Paraden/26 Gegentore), Scholler (54.-60./2 Paraden/2 Gegentore), Sega (n.e.); Kanizaj 2, Hujer 2, Perez Fernandez, Lücking, Schopf, Adam 4/1, Badenheuer, Koch 3, Nacher Selma 4, Willrich 1, Drönner 8

