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ESG Gensungen/Felsberg gegen TSV Vellmar 27:33 (15:15)

Großer Kampf bleibt unbelohnt - Vellmar hält in Gensungen lange mit – und kassiert höchste Saisonniederlage. Es war eine schwierige Gemengelage, die die Handballer des TSV Vellmar zu meistern hatten. Auf der einen Seite der Stolz, weil sie im Derby der Regionalliga über weite Strecken eine ihrer besten Saisonleistungen boten, auf die es aufzubauen gilt. Auf der anderen Seite aber auch der Frust, weil sie bei Spitzenreiter ESG Gensungen/Felsberg beim 27:33 (15:15) vor 650 Fans in der Gensunger Kreissporthalle ihre höchste Saisonniederlage kassierten und damit siegloser Tabellenvorletzter bleiben.

Kein Wunder, dass der eine oder andere Vellmarer erst einmal etwas Zeit brauchte, um dies zu verdauen. Einer, der sich stellte, war Co-Trainer Lance Stumbaum: „Wir haben die Halle zum Beben gebracht. Daher war es ein herausragendes Spiel, in dem wir vieles richtig gemacht haben.“ Diese Vorstellung erkannte auch ESG-Coach Fynn Welch an, der wie fünf seiner Spieler in Kassel lebt: „Unser Sieg ist am Ende etwas zu hoch ausgefallen. Vellmar steht zu Unrecht da unten und wird sich wieder nach oben kämpfen“, erklärte der 31-Jährige, der 2023 von der HSG Fuldatal/Wolfsanger ins Edertal gewechselt war, wo auch schon sein Vater Axel als Spieler von 1989 bis 1993 aktiv war.

Einmal mehr stellte Noah Streckhardt (links) beim Derby in Gensungen seine Klasse unter Beweis - rechts Louis Badenheuer. (Archivfoto: Dirk Krug)

Höllisch war in der dortigen „Hölle Nord“ zunächst vor allem das Tempo. Vellmar legte Führung um Führung vor und lag nach zehn Minuten mit 8:7 vorn. Da fanden mit Frederik Drönner und Noah Streckhardt die beiden Halben im Rückraum die Lücken und waren mit Schlagwürfen erfolgreich. Da bekam ESG-Schlussmann Lukas Voß kaum eine Hand an den Ball. Da wusste TSV-Spielmacher Arturo Nacher Selma mit klugen Ideen zu gefallen, dessen spanischer Landsmann Andreu Perez Fernandez als Abwehrchef allein mit defensiven Aufgaben beauftragt war. Da wehrte sich Kreisläufer Niklas Willrich mit allem, was er hatte.

Erzielte fünf Tore für sein Team: Kreisläufer Niklas Willrich. (Archivfoto: Dirk Krug)

Fair geführt wurde das Nordhessenduell trotz aller Brisanz von den Spielern. Nur die Schiedsrichter, ausgerechnet die, brachten Hektik ins Spiel. Vor allem zu Lasten zweier Gensunger. Vince Schmidt kassierte zwei frühe Zeitstrafen und wurde fortan nur noch im Angriff eingesetzt. Noch härter traf es Max Bieber. Der Ex-Baunataler wurde von Perez Fernandez im Gesicht getroffen, was dem Vellmarer lediglich die Gelbe Karte einbrachte (21.), ehe Bieber Rot sah. Herausgestellt nach einem handelsüblichen Foulspiel weit weg vom Tor gegen Nebojsa Kanizaj (24.). Ein Schock für die ESG mit Wirkung. Denn gerade waren die Edertaler drauf und dran, das Blatt zu wenden. So aber sorgten zwei späte Treffer vor der Pause durch Kanizaj und Streckhardt für den 15:15-Ausgleich.

Immerhin. Die Emotionen ließen nach den „Schieber, Schieber“-Rufen der ESG-Anhänger schnell nach. Es folgte die Ruhe vor dem Sturm. Weiterhin ein ausgeglichenes Derby, weil der tapfere Außenseiter bis zum 22:22 auf Augenhöhe agierte (47.). Dann aber spielte Welch seinen größten Trumpf aus. Nutzte den breiten Kader. Schmidt, A-Junior Denny Bikic sowie die sicheren Außen Ben Backhaus und Teja Sonnenschein brachten Gensungen mit einem 4:0-Lauf auf die Siegerstraße (52.). Die sie nicht mehr verließen. Was nichts am gewonnenen Selbstvertrauen beim Gegner änderte. „Wenn wir diese Leistung auch nächste Woche abrufen, holen wir gegen Groß-Umstadt den ersten Saisonsieg“, erklärte Lance Stumbaum. (von Sebastian Schmidt aus HNA Kassel)

ESG: Voß (8 P/15 GT.), Kowalski (8/12) - Iffert 1, Sonnenschein 6, Schmidt 1, Backhaus 5, Otto, Bieber 3, Damm 4, Bikic 1, Fitozovic 3, Lippold 1, Kirchhoff, Kothe 6, Garde 2/2, Rossel.

TSV: Gumula (6/23), Scholler (3/10) - Kanizaj 1, Perez Fernandez, Seibel, Adam 4, Badenheuer, Koch 2, Nacher Selma 3, Streckhardt 10/3, Braune, Willrich 5, Drönner 2.

SR: Minwegen/Rautschka (Petterweil). Z: 650.
Siebenmeter: 2/2:3/3.
Zeitstrafen: 8:6-Minuten.
Rote Karte: Bieber (24.).

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