Mit lediglich einer Trainingseinheit in der Woche und der im Kopf noch frischen herben Auswärtsniederlage in Baunatal ging TSV Vellmar in das wichtige Duell um die „vermeintliche“ Vizemeisterschaft gegen den direkten Konkurrenten aus Kaufungen. Vielleicht war es genau diese reduzierte Belastung, die der Mannschaft half, den Kopf freizubekommen. Denn obwohl der Start erneut verschlafen wurde, zeigte das Team im Spielverlauf eine starke Reaktion.
Wie schon in der Vorwoche benötigte Vellmar rund 10 Minuten, um seinen Rhythmus zu finden. Kaufungen nutzte die frühe Unsicherheit und führte über 0:2 und 2:4, während bei Vellmar noch „viel Sand im Getriebe“ war.
Doch dann zeigte die Mannschaft Charakter: Phil Luca Fey, Max Sinizin, Felix Schnitker und Lennart Körner waren maßgeblich daran beteiligt, dass Vellmar ab der 15. Minute erstmals in Führung ging (12:11).
Die Abwehr bekam die Kaufunger Offensivkräfte zunehmend besser unter Kontrolle, sodass sich Vellmar bis zum Pausenpfiff auf 18:14 absetzen konnte. Grundlage dafür waren eine breitere Wurfausbeute im Angriff, sowie die geduldig herausgespielten Torchancen.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein intensiver Fight, bei dem es weniger darum ging, den Vorsprung auszubauen, sondern ihn entschlossen zu verteidigen. Kaufungen blieb mit starken Einzelaktionen gefährlich und verkürzte immer wieder.
Vellmar hielt jedoch entschlossen dagegen. Lennart Körner erwischte mit 9 Feldtoren einen Sahnetag und überzeugte vor allem im schnellen Zusammenspiel mit dem immer stärker werdenden Clemens Kölbl. Béla Bunzendahl half mit wichtigen Treffern genau in den Momenten, in denen Kaufungen Druck aufbaute. Auch die Defensive zeigte eine klare Leistungssteigerung, die Mannschaft verteidigte leidenschaftlich und geschlossen. Hugo Wilhelms setzte sowohl in der Abwehr, als auch mit seinem Tor einige wichtige Zeichen an seine Mannschaftskollegen.
So blieb der Gegner zwar stets in Schlagdistanz, doch Vellmar verteidigte den Vorteil konsequent bis zum 30:26-Endstand.
Die Vellmarer Mannschaft zeigte nach dem Rückschlag der Vorwoche die richtige Antwort. Trotz eines holprigen Starts und einer erneut schwierigen Anfangsphase kämpfte sich das Team über den Charakter, mannschaftliche Geschlossenheit und Tempo zurück ins Spiel.
Der Sieg ist ein wichtiges Signal für die Mannschaft und das Trainerteam, dass viele Schultern im Team in schweren Phasen Verantwortung übernehmen.
Tore: Lennart (9), Till (7/1), Phil (5), Béla (3), Max (3), Felix S. (1), Tom S. (1), Hugo (1)
