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Ehrenamt Schiedsrichter: „Die Eltern waren froh, uns mal los zu sein“

Er spielt Regionalliga, er pfeift Regionalliga. Konflikte gibt es dabei für Handballer Simon Adam nicht. „Ich kann das koordinieren und schaffe den Spagat“, sagt der 30-Jährige. Er pfeift für Hofgeismar/Grebenstein und spielt für den TSV Vellmar. Schon als Vierjähriger stand er auf dem Feld. „Später wollte ich noch mehr mit Handball machen und habe mit zwölf meinen Schein erworben“, sagt er. Wenig später begann auch sein Bruder Daniel mit dem Pfeifen. „Wir waren oft zusammen in der Halle und unsere Eltern froh, uns mal mal los zu sein“, berichtet Simon Adam. Seit der Saison 2015/16 gibt es sie nur im Gespann, nun feiern sie Zehnjähriges. „Dass Daniel nicht selbst gespielt hat, ist sogar eher ein Vorteil. Er ist regeltechnisch geprägt, ich hatte die praktische Sichtweise. Der Mittelweg passt.“

Drei Jahre lang pfiffen die Adams in der 3. Liga. „Das war eine tolle Zeit, aber stellenweise, etwa durch Doppeleinsätze an den Wochenenden, auch sehr belastend. Die Regionalliga passt besser“, sagt Adam. Aufhören war ebenso nie Thema wie ein Partnerwechsel. „Wir verstehen uns prima, wohnen zusammen und haben so als Brüder auch am Wochenende gemeinsame Zeit“, betont der gebürtige Kieler.

Regionalligaspieler beim TSV Vellmar und seit vielen Jahren Schiedsrichter: Simon Adam. (Foto: Jan Meyer)

Adam rät allen zu, die sich für eine Schiedsrichterlaufbahn interessieren. „Die Aufgabe formt, stärkt Auftreten und Durchsetzungsvermögen. Man lernt mit Kritik umzugehen, was auch mir als Lehrer viel gebracht hat“, sagt er. Zudem kommen Spaß und besondere Momente nicht zu kurz. „Toll war es, zwei Testspiele der MT zu pfeifen. Selbst in einer wegen Corona leeren Rothenbachhalle.“ Und noch etwas wird Adam nie vergessen: „Einmal haben wir im Karneval in Köln ein Spiel von Longerich geleitet. Da war die Atmosphäre in der Halle eine ganz besondere.“

Doch selbst scheinbar weniger Spaßiges hat seinen Reiz. „Mir gefallen auch die Lehrgänge. Man kann dabei mit Kollegen quatschen und sich austauschen.“ Was ein guter Unparteiischer unbedingt braucht? „Die Fähigkeit, schnell zu entscheiden. Und das dann gut zu verkaufen. Denn dann wird ihm eher abgenommen, dass der Pfiff richtig war.“ (von Wolfgang Bauscher aus HNA Kassel)