Eintracht lässt nichts anbrennen - GSV Baunatal gewinnt Regionalligaderby gegen den TSV Vellmar 31:24. Der GSV Eintracht Baunatal feierte einen am Ende klaren 31:24 (15:15)-Derbysieg in der Handball-Regionalliga der Männer über den TSV Vellmar. Die Gastgeber sammelten damit nach zwei Niederlagen wieder zwei Punkte ein, die Vellmarer kassierten die dritte Niederlage in Folge.

Bester TSV-Werfer im Derby bei Eintracht Baunatal war Noah Streckhardt (Mitte) mit sieben Treffern. (Archivfoto: Dirk Krug)
Vor mäßiger Derby-Kulisse in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule, maximal zwei Drittel waren gefüllt, eröffneten die Gastgeber den Torreigen mit dem Treffer von Lasse Hellemann. Dann führte zweimal der TSV Vellmar, ehe sich die Eintracht mit 7:3 (9.), 9:4 (11.) und 10:5 (12.) etwas absetzte. Die Gäste, die kurzfristig auf den erkrankten Andreu Perez Fernandez verzichten mussten, hatten in dieser Phase enorme Probleme mit der offensiven Abwehr der Großenritter. Nach einer Auszeit kam der TSV allerdings besser zurecht und hatte im Angriff stärkere Szenen.
Das hatte zur Folge, dass der Vorsprung der Eintracht schmolz, aus dem 10:5 wurde innerhalb von zwölf Minuten ein 13:13. Was die Bank der Eintracht veranlasste, ebenfalls die erste Auszeit zu nehmen. Doch Vellmar ließ nicht locker und lag 150 Sekunden vor der Pause mit 15:13 vorn. Doch die Großenritter nutzten zwei technische Fehler der Gäste eiskalt zum 15:15.
Nach dem Wechsel führte dann nur noch die Eintracht, bei der Oleksii Tsymbialuk wegen Krankheit fehlte. Vellmar blieb aber vorerst dran, sodass der Torabstand nie wirklich groß war. Erst beim 24:20 (45.) waren es vier Treffer.
Unter Dach und Fach war der Sieg damit aber noch nicht. Vellmar wehrte sich, vergab aber die eine oder andere Chance oder scheiterte an Torhüter Marius Knop. Der war mit 14 Paraden ein starker Rückhalt, gleiches galt auf der Gegenseite für Christian Gumula (15 Paraden, darunter drei Siebenmeter).
In der Schlussphase produzierten die Gäste einige technische Fehler, sodass Luke Meyners mit drei Treffern in Folge aus dem 28:24 noch ein 31:24 machte. Die Chance zum 32:24 vergab Meyners dann Sekunden vor dem Abpfiff.
Unterm Strich war es ein verdienter Sieg des GSV, der vielleicht ein klein wenig zu hoch ausfiel.
Die Gastgeber dominierten größtenteils die Partie, sie spielten stark in der Abwehr, erst offensiv, dann defensiv, mit hohem Tempo im Angriff und zeigten sich in vielen Situationen im Eins-gegen-eins stärker. Vellmar blieb lange dran, versäumte es aber bei eigener Führung nachzulegen. Die Zahl der technischen Fehler war reduziert, im Angriff blieb aber doch einiges liegen. Das Spiel war über 60 Minuten fair, was fehlte war echte Spannung und Hitzigkeit, die Derbys meist mit sich bringen.
GSV-Trainer Sascha Heiligenstadt war nach dem Sieg natürlich zufrieden. „Wir haben die ersten zehn Minuten stark gespielt, dann den Faden etwas verloren, aber in der zweiten Halbzeit dann fast alles richtig gemacht“, so Heiligenstadt. Der Coach hatte nach der Pause eine bessere Abwehr und ein hohes Tempo im Angriff gesehen.
„Wir haben bei unserer Führung nicht konsequent nachgesetzt und am Ende des Spiels drei Bälle wegegeben“, bemängelte TSV-Spielertrainer Noah Streckhardt. „Wir müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein.“ Streckhardt hatte gegenüber der Niederlage gegen Körle Steigerungen gesehen: „Vor allem die Absprachen in der Abwehr haben besser geklappt.“
Baunatals Nico Schwöbel hatte bis zur 17. Minute schon fünf seiner sechs Treffer erzielt. „Da haben mich die Mannschaftskollegen gut freigespielt, die Chancen kann man dann dankend annehmen“, so Schwöbel. Der fand, dass man in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht habe, „das war in der Pause so besprochen und wurde gut umgesetzt“.
Auf den GSV Eintracht Baunatal wartet jetzt die undankbare Aufgabe beim TV Hüttenberg II (Sonntag, 17 Uhr), der TSV Vellmar tritt am Sonntag ab 18 Uhr im Regionderby gegen den Spitzenreiter ESG Gensungen / Felsberg an. (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)
GSV: Medrea, Knop; Dobriczikowski, Schwöbel 6, Hujer 1, Kleine 3, Kleinschmidt, Meyners 6/1, Sprafke, F. Hellmuth 5/2, Kiekel, Berninger 3, Hellemann 7, Botte
TSV: Gumula, Scholler; Kanizaj 2, Schopf, Adam 4, Badenheuer 1, Koch, Nacher 3, Streckhardt 7/2, Braune, Manojlovic, Willrich 3, Drönner 4
SR: Markovic/Rohs (Eddersheim/Sulzbach)
Siebenmeter: 6/3 – 2/2. – Zweiminutenstrafen: 3 - 2
