Im Angriff kommt zu wenig - TSV Vellmar verliert gegen die HSG Groß-Bieberau/Modau 23:30. Der TSV Vellmar kommt aus seinem aktuellen Tief nicht heraus. Die nordhessischen Regionalliga-Handballer kassierten gegen die HSG Groß-Bieberau/Modau eine 23:30 (9:16)-Niederlage. Der letzte Sieg der Vellmarer datiert vom 18. Januar gegen die SG Bruchköbel, dazwischen gab es lediglich ein Unentschieden. Der TSV steht mit 10:32 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Die Vellmarer, die weiter ohne den verletzten Nebojsa Kanizaj spielen mussten, erwischten in der heimischen Großsporthalle einen denkbar schlechten Start. Nach gut sieben Minuten führten die Gäste, die mit nur acht Feldspielern angereist waren, mit 5:1. Vellmar traf den Kasten nicht oder verlor den Ball im Angriff.
Nach zehn Minuten hatten sich die Gastgeber etwas gefangen und kamen durch den verwandelten Siebenmeter von Spielertrainer Noah Streckhardt auf 4:5 heran. Nach dem nächsten Treffer der HSG blieb Simon Adam beim Vellmarer Angriff am Kreis der Gäste liegen. Der Rechtsaußen wurde behandelt, verließ humpelnd die Platte und saß fortan mit einem blauen Eisbeutel auf dem rechten Fuß auf der Bank. „Ich konnte nicht mehr auftreten“, sagte Adam nach dem Spiel.

Schied früh verletzt aus: Simon Adam. (Archivfoto: Dirk Krug)
Ohne ihn ging es dann weiter. Allerdings meist mit Treffern der Gäste von der HSG Groß-Bieberau/Modau. Die bauten ihre Führung bis auf 11:4 (18.) aus. Der TSV warf dann den fünften Treffer erst knapp neun Minuten nach Tor Nummer vier.
So ging es schon mit einem deutlichen Vorsprung der Gäste in die Pause. Und die ließen auch in der zweiten Halbzeit nicht locker. Immer wieder nutzten sie Fehler der Vellmarer aus oder profitierten von den schlechten Abschlüssen. Als Arturo Nacher Selma mit zwei schönen Treffern aus dem 19:24 ein 21:24 (53.) machte, keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch Vellmar vermochte nicht nachzusetzen, die HSG erzielte fünf Tore in Folge und stellte den alten Abstand wieder her.

Stabile Leistung im Tor: Christian Gumula (Mitte). (Archivfoto: DIrk Krug)
Am Einsatz und Kampfgeist der Vellmarer lag die Niederlage nicht, aber allein das reicht nicht, um Spiele zu gewinnen. Steht die Abwehr noch einigermaßen und erfüllt Torhüter Christian Gumula mit 17 Paraden voll sein Soll, dann hapert es wieder im Angriff. Dieser ist, so wie er aktuell auftritt, nicht durchschlagskräftig genug.
Tobias Reichmann, der auf der Bank Noah Streckhardt unterstützt, hatte gegenüber den letzten Spielen schon eine Steigerung gesehen. „Aber wir geben zu viele Chancen weg, verlieren zu viele Bälle“, sagte Reichmann. „In der zweiten Halbzeit haben wir etwas besser gespielt, aber als wir herangekommen waren, haben wir vorn wieder Fehler gemacht.“

Der Spielball für die Partie gegen Groß-Bieberau / Modau wurde gestiftet vom Bestattungshaus Schomberg aus Vellmar.
Der TSV geht jetzt wie alle anderen Klubs in die Osterpause und muss dann am 18. April auswärts bei der HSG Pohlheim antreten. Bleibt abzuwarten, ob die Verletzungen von Kanizaj und Adam bis dahin ausgestanden sind. (von Peter Fritschler aus HNA Kassel)
TSV: Gumula, Scholler; Perez Fernandez, Schopf, Adam, Badenheuer 6, Koch 3, Nacher Selma 5, Streckhardt 7/7, Braune, Manojlovic 1, Willrich, Linke, Drönner 1

